Beschlossen auf der Kreismitgliederversammlung am 04.12.2025
Das gesamte Wahlprogramm kann hier als pdf heruntergeladen werden.
Gemeinsam geht’s
SOZIAL. GERECHT. ÖKOLOGISCH. MITEINANDER – FÜR EIN STARKES LIMBURG-WEILBURG
Ein starker Landkreis lebt vom Miteinander. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass alle Menschen im Landkreis Limburg-Weilburg – unabhängig von Herkunft, Einkommen, Geschlecht oder Lebensform – gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Soziale Gerechtigkeit, gesundheitliche Versorgung und echte Chancengleichheit sind die Grundlage für eine solidarische und lebenswerte Region.
Wir GRÜNE setzen uns ein für einen Kreis, der Klima-, Natur- und Umweltschutz als konkrete politische Verantwortung versteht. Nachhaltige Regionalentwicklung, soziale Teilhabe und eine innovative Energiepolitik gehören für uns untrennbar zusammen. Eine konsequente, nutzerzentrierte Digitalisierung hilft bei der praktischen Umsetzung unserer Ziele.
Ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit stellen wir über kurzfristiges Gewinnstreben. Die notwendige Energiewende kann nur lokal umgesetzt werden – und beginnt in den Köpfen der Bürger*innen, Unternehmen und Kommunen.
Wir GRÜNE stehen für nachhaltiges Leben und Wirtschaften, für Generationengerechtigkeit und ein respektvolles, diskriminierungsfreies Miteinander. Als starke GRÜNE Stimme im Kreistag zeigen wir, wie die großen Herausforderungen unserer Zeit lokal gemeistert werden können. Bildung, Ausbildung, bezahlbarer Wohnraum, gute medizinische Versorgung und eine umweltfreundliche Mobilität sind zentrale Voraussetzungen für die umfassende Teilhabe aller.
Wir GRÜNE stehen für eine nachhaltige Energiepolitik, die Klima-, Natur- und Umweltschutz mit regionaler Entwicklung verbindet.
Global denken und lokal handeln ist unser GRÜNES Leitziel für den Klimaschutz. Der Schutz unseres Klimas ist eine der größten Zukunftsherausforderungen. Klimaschutz kann nur gelingen, wenn alle Akteur*innen den Ausstoß von Treibhausgasen verringern. Dabei müssen alle staatlichen Ebenen das gleiche Ziel verfolgen.
Auch im Kreis Limburg-Weilburg ist der Klimawandel mit seinen drastischen Auswirkungen für alle sichtbar angekommen. Konkrete Handlungen und Maßnahmen vor Ort sind daher dringend erforderlich. Diese sind nur dann erfolgreich durchzusetzen, wenn ein breites gesellschaftliches Engagement sie trägt. Die Energiewende in der Erzeugung von Strom und Wärme ist unsere vordringliche Forderung. Wir setzen uns daher ein für einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem durch die Förderung des Ausbaus von Photovoltaik, Nutzung von Geothermie und Windkraft. Um bei der Energiewende möglichst viele mitzunehmen ist der Kreis aufgefordert, besonders in Schulgemeinschaften das Potential für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit zu nutzen und diese dazu zu motivieren, vor Ort eigene Ideen zu entwickeln und Vorschläge vorzulegen. Es ist wichtig, dass ein Engagement für den Klimawandel in allen Altersstufen mehr gefördert und die Dringlichkeit eines erfolgreichen Klimaschutzes in der Bevölkerung noch bekannter gemacht wird.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für die Umsetzung und Beibehaltung des gesetzten Ziels der CO2-Neutralität der Kreisverwaltung bis 2030.
- Für die Fortführung des SolarCamp-Projekts mit Kreishandwerkerschaft und Berufsschulen.
- Für die Untersuchung, Förderung und Umsetzung von innovativen Ideen in der Solarnutzung, wie z.B. Solarradwege, Solarhäuser, Überdachung von Parkplatzflächen und Agri-Photovoltaik.
- Für die Pflanzung von Vogelschutzhecken, Bäumen sowie den Schutz von artenreichen Saumbiotopen und Feldwegen als wertvolle Biotopverbünde auf allen geeigneten kreiseigenen Flächen.
- Für die Aufstellung von Trinkwasserbrunnen an Schulen und kreiseigenen Gebäuden.
- Für die Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen und die Förderung von Fassadenbegrünung.
- Für die Minderung des Energieverbrauchs und der Treibhausgase durch Energieeinsparung (Heizenergie, Strom, Gas etc.) in den kreiseigenen Gebäuden.
- Für die konsequente Anwendung der neuesten Passivhausstandards für alle neuen Baumaßnahmen des Kreises durch eine ressourcenschonende Bauweise, z.B. Holzständerbauweise.
- Wir verbinden Energieeffizienz mit Infektionsschutz, indem wir bei Sanierungen konsequent in moderne Lüftungstechnik investieren. Gesunde Luft steigert die Aufenthaltsqualität und senkt den Krankenstand.
- Für das Umrüsten des Fuhrparks der Kreisverwaltung auf klimafreundliche Mobilität (Dienstfahrzeuge, Bauhöfe usw.).
- Für die Gesprächsführung mit den kreisangehörigen Kommunen, mit der Maßgabe, dass sich diese den Klimazielen mit geeigneten Maßnahmen anschließen.
LANDWIRTSCHAFT ZUKUNFTSFEST MACHEN
Wir möchten Landwirt*innen unterstützen und gemeinsam an neuen Perspektiven arbeiten. Dazu suchen wir aktiv den Dialog. Unser Ziel ist eine moderne, zukunftsfeste und nachhaltige Landwirtschaft, die Umwelt, Klima und Tiere schützt und gleichzeitig den Menschen auf den Höfen eine wirtschaftliche Perspektive bietet.
Unsere Landwirt*innen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Ernährung, zum Erhalt der Kulturlandschaft und für die Entwicklung des ländlichen Raums. Gleichzeitig steht die Landwirtschaft heute vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Höfesterben, Preis- und Marktdruck, überbordende Bürokratie und auch Anforderungen an Umwelt- und Tierschutz verändern den Berufsalltag vieler Betriebe tiefgreifend.
Durch den zunehmenden Verzicht auf Herbizide und Pestizide schützen wir die Gesundheit der Landwirt*innen, die Böden, Gewässer und die Artenvielfalt – und sichern langfristig die Grundlagen unserer Ernährung.
Gemeinsam mit Landwirt*innen wollen wir die Fruchtbarkeit unserer Böden erhalten, die artgerechte Tierhaltung, insbesondere die Weidetierhaltung, und die Versorgung mit regionalen, gesunden Lebensmitteln stärken. Die Landwirtschaft ist Teil der Lösung vieler Zukunftsherausforderungen – und verdient dafür Respekt, Unterstützung und Planungssicherheit.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für faire Rahmenbedingungen mit mehr regionaler Wertschöpfung, verlässlichen Förderstrukturen und den Umbau der Tierhaltung mit klaren tierschutzrechtlichen Leitplanken und ausreichender finanzieller Unterstützung.
- Für die Stärkung des ökologischen und nachhaltigen Landbaus in familiengeführten Betrieben mit vielfältiger Fruchtfolge, Verzicht auf Ackergifte und Weidetierhaltung.
- Für die Etablierung einer hochwertigen regionalen Marke für die Vermarktung von im Landkreis Limburg-Weilburg hergestellten Lebensmitteln und Produkten.
AGRI-PHOTOVOLTAIK UND AGROFORST-SYSTEME FÖRDERN
Die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien vollzieht sich vor allem in den ländlichen Räumen. Hier entstehen Anlagen für Wind- und Sonnenenergie. Die infrage kommenden Flächen sind in der Regel land- oder forstwirtschaftlich genutzt und müssen für die Lebensmittelerzeugung erhalten und geschützt werden.
Aufgrund der zunehmenden Erwärmung unseres Planeten kommt jedoch dem Hitzeschutz für Feldfrüchte eine wachsende Bedeutung zu. Agri-PV-Anlagen beschatten, wirken der Austrocknung der Böden entgegen und verhindern Erosion.
Agroforstsysteme sind traditionelle Landnutzungssysteme, die Gehölze (Bäume, Sträucher) gezielt mit landwirtschaftlichen Kulturen oder Tierhaltung auf derselben Fläche kombinieren. Sie bieten viele ökologische und wirtschaftliche Vorteile – für Landwirt*innen und ihre Flächen, für Klima, Umwelt, Natur und Artenvielfalt. Sie stellen zusätzliche Einkommensquellen neben der ackerbaulichen Nutzung dar, z. B. Stammholz- und Wertholzproduktion plus Früchte (Obst, Nüsse). Zudem können sie als Streuobstwiesen genutzt werden. Agroforst kann als Alternative zur reinen Forstwirtschaft dazu beitragen, dass unsere Forste mehr Zeit zur Regeneration haben und sich zu klimaresilienten Mischwäldern entwickeln können.
Die früher weit verbreitete (Re-)Etablierung von Bäumen, Sträuchern und Heckenstrukturen im Acker- und Grünland – auch gepaart mit Weidetierhaltung – bringt viele positive Effekte: mehr Wasserrückhalt, Erosions- und Windschutz, Artenvielfalt, Stärkung natürlicher Schädlingsbekämpfung, Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, CO₂-Speicherung und gesteigerte Produktivität. Schnellwachsende Baumarten eignen sich besonders für Agroforstsysteme.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für die Förderung einer unkomplizierten Doppelnutzung von Anbauflächen und Energieerzeugung durch Agri-PV-Anlagen auf eigenen oder gepachteten Feldern zur finanziellen Stärkung der landwirtschaftlichen Betriebe.
- Für die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren von Agri-PV-Anlagen.
- Für die Förderung von klimaschonenden Anbaumethoden wie Agroforst, vielfältigen Fruchtfolgen sowie Ausweitung von Weidetierhaltung.
BLÜHSTREIFEN, WIESEN UND HECKEN – LEBENSRÄUME FÜR TIERE
Unsere Landschaft ist durch Flurbereinigung, industrielle Bewirtschaftung und die Verarmung von Hausgärten stark beeinträchtigt. Insbesondere für Insekten, bodenbrütende Vögel und Kleintiere ist der Verlust an Hecken, Tümpeln und Dauergrünflächen ein großes Problem.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für die Anlage von extensiven Grünflächen, artenreichen mehrjährigen Blühstreifen und Hecken, insbesondere am Rand landwirtschaftlicher Flächen, an Gewässern und Wegesrändern.
- Für Landschaftspflege nach nachhaltigem, extensivem Pflegemanagement, da Feldsäume, Magerwiesen und Hecken wichtige Rückzugsgebiete sind – auch im Winter.
- Für spätes Mähen, extensive Pflege und heimische Saaten zur Förderung vielfältiger Flora und Fauna.
- Für den sofortigen Stopp des Einsatzes chemischer Unkrautvernichter auf kreiseigenen Flächen.
UNSERE WÄLDER – VIELFÄLTIG UND RESILIENT
Unsere Wälder und Forstgebiete sind für die meisten Menschen eng verbunden mit Heimatgefühl und Verwurzelung in der Region. Sie dienen der Naherholung, der Nahrungsversorgung sowie der Holzwirtschaft. Gleichzeitig finden sich hier vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Der Wald ist aber auch ein Spiegel der Klimakrise. Auch in Taunus und Westerwald sind weite Waldflächen geschädigt oder sogar abgestorben – Dürre, Stürme und Schädlinge sind Folgen des seit Jahrzehnten fehlenden Klimaschutzes.
Die Wälder Mittelhessens müssen klimaresilient und standortgerecht erhalten, bewirtschaftet und weiterentwickelt werden.
Wir GRÜNE fordern:
- Die jährliche Bereitstellung kommunaler Waldzustandsberichte für die Kreisgremien.
- Die Förderung klimaresilienter und standortgerechter Baumarten sowie naturnahe Waldpflege.
- Die Förderung von zusätzlichen kommunalen Flächen für Naturwald.
MANAGEMENT VON INVASIVEN ARTEN
Immer häufiger breiten sich invasive Tiere, Insekten und Pflanzen aus – begünstigt durch Klimawandel und arglosem Verkauf in Gartencentern. Kirschlorbeer, Kermesbeere, Schmetterlingsflieder und andere verdrängen heimische Arten. Waschbären und Marderhunde verursachen große Schäden an Vögeln, Amphibien und Kleintieren.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für Aufklärungskampagnen durch die untere Naturschutzbehörde des Kreises gegen den Verkauf und die arglose Verbreitung invasiver Arten – stattdessen Information zu heimischen und nicht-invasiven Alternativen.
- Für kontinuierliches Monitoring und Reduktion invasiver Arten durch die Untere Naturschutzbehörde.
TIERSCHUTZ ERNSTNEHMEN
Wir GRÜNE setzen uns auf Kreisebene für Tierschutz ein, indem wir strengere Kontrollen, Unterstützung der Veterinärämter und die Förderung artgerechter Tierhaltung fordern.
Besonders setzen wir uns ein:
- Für die Einsetzung einer*eines ehrenamtlichen Kreistierschutzbeauftragten.
- Für die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements für den Tierschutz, etwa in Tierheimen und Tierauffangstationen.
- Für die Bereitstellung von Flächen für wildtierfreundliche Lebensräume (z. B. Saumbiotope, Insektenwiesen, Unterschlupfmöglichkeiten für Igel).
- Für kurze Wege und Reduzierung von Tiertransporten durch die Ermöglichung regionaler und mobiler Schlachtung von Nutztieren.
- Förderung der traditionellen Weidetierhaltung.
- Registrierung und Chipung aller Hunde zur Nachvollziehbarkeit von Herkunft, Halter und Verbleib- Maßnahmen gegen illegalen Hundehandel- Kastrationsprogramme für Streunerkatzen
NACHHALTIGEN TOURISMUS IN DER REGION FÖRDERN
Der Landkreis Limburg-Weilburg bietet vielfältige Natur- und Kulturlandschaften. Wir GRÜNE fördern einen nachhaltigen Tourismus, der Umwelt, Wirtschaft und Kultur gleichermaßen berücksichtigt. Wir begrüßen einen ressourcenschonenden Tourismus, der für den Kreis einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt, indem er Arbeitsplätze sichert, die infrastrukturelle Ausstattung verbessert und positive Auswirkungen auf andere Wirtschaftsbereiche wie Handel, Handwerk oder Landwirtschaft hat.
Limburg-Weilburg ist geprägt von einer vielfältigen und reizvollen Natur- und Kulturlandschaft. Das touristische Angebot ist neben kulturellen Veranstaltungen geprägt durch einen lebendigen Lahn- und Fahrradtourismus. Ein achtsamer Umgang mit der Natur durch die unterschiedlichen Nutzer*innen muss im Zentrum touristischer Nutzung stehen. Insbesondere auf und an den Gewässern sollten die Belange der Tier- und Pflanzenwelt noch stärker ins Bewusstsein der Tourist*innen und Freizeitsportler*innen gebracht werden.
In dem Projekt LiLa-Living Lahn werden seit 2016 die verschiedenen Bedürfnisse unterschiedlicher Interessengruppen an die Lahn gegenübergestellt. Hieraus werden Handlungsvorschläge mit etwa 50 Einzelmaßnahmen entlang des Flusslaufs entwickelt, die nach und nach umgesetzt werden sollen.
Ziele des Projektes sind die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie an der Lahn und ihrer Nebengewässer sowie die Entwicklung des „Lahnkonzeptes“ für die Lahn als Bundeswasserstraße. Hierbei werden Anforderungen aus Schifffahrt, Wasserkraft, Naturschutz, Gewässerökologie und Erholung erfasst und Maßnahmen abgeleitet. Die Anliegerkommunen sind im gesamten Prozess eingebunden und sollen später die Maßnahmen umsetzen. Neben der touristischen und wirtschaftlichen Nutzung des Flusses, ist auch die ökologische Aufwertung der Lahn und ihrer Auen handlungsleitend.
Dabei setzen wir GRÜNE uns ein:
- Für einen nachhaltigen Tourismus, der schonend mit unseren Naturräumen umgeht.
- Für ein Gesamtkonzepts für den nachhaltigen Tourismus unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten und insbesondere durch die Unterstützung des Projektes LiLa-Living Lahn.
- Für die Stärkung der Umweltbildung durch Ausbau von Konzepten für nachhaltigen Tourismus
- Für einen touristischen „Regio-Pass“ für Bus und Bahn im Kreisgebiet. Hierdurch können Besucher*innen die Angebote des Kreises für kurze Zeit unkompliziert nutzen.
- Für eine bessere Rad-, Kanu- und Wanderinfrastruktur, insbesondere für Ausbau, Pflege und bessere Beschilderung und deren Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Hierbei muss die Fahrradmitnahme in Bussen und Bahnen entlang der touristischen Strecken, auch bei Schienenersatzverkehr, sichergestellt werden.
- Für mehr Ferienwohnungen und Unterkünften für nachhaltigen Tourismus (Fahrrad-Hostels etc.), die nicht zu Lasten von regulärer Wohnraumnutzung gehen.
- Für eine Regionalmarke für regional produzierte Waren und Lebensmittel durch die Wirtschaftsförderung, zur Vermarktung an touristischen Standorten und Tankstellen.
Unser Ziel:
Eine nachhaltige Energiepolitik, die Klima-, Natur- und Umweltschutz mit regionaler Entwicklung verbindet.
Ein starker Landkreis lebt vom Miteinander. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass alle Menschen im Landkreis Limburg-Weilburg – unabhängig von Herkunft, Einkommen, Alter, Geschlecht oder Lebensform – gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Soziale Gerechtigkeit, gesundheitliche Versorgung und echte Chancengleichheit sind die Grundlage für eine solidarische und lebenswerte Region.
GESUNDHEITSVERSORGUNG SICHERN – wohnortnah, dezentral und zukunftsfähig
Wohnortnahe medizinische Versorgung ist Daseinsvorsorge. Nicht nur als Träger der Klinik Weilburg und des Gesundheitsamts trägt der Landkreis Verantwortung für eine gute medizinische Versorgung – von der Geburtshilfe bis zur Pflege. Wir GRÜNE stehen für eine Stärkung der Klinikstandorte Weilburg und Limburg. Zudem wollen wir durch moderne Versorgungsmodelle die Gesundheitsinfrastruktur für alle im Landkreis zukunftsfest machen, insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels. Gesundheitsschutz bedeutet für uns auch Vorsorge in den Räumen, in denen wir leben und arbeiten. Da wir 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, ist gesunde Raumluft ein entscheidender Faktor für die öffentliche Gesundheit und ein wirksamer Schutz vor Atemwegserkrankungen.
Unser Ziel ist eine wohnortnahe, bedarfsorientierte und nachhaltige Gesundheitsversorgung – erreichbar für alle Bürger*innen, auch in ländlichen Ortsteilen.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für den Erhalt und die Neuansiedelung von Hausarztpraxen und Facharztzentren.
- Für ÖPNV-Fahrpläne, die Praxen und Gesundheitszentren auch für mobilitätseingeschränkte Menschen erreichbar machen.
- Für die Einführung und Förderung von Gemeindeschwestern und -pflegern sowie Pflegelotsen im Landkreis, um Hausärzt*innen zu entlasten.
- Für den Ausbau psychotherapeutischer Angebote und eine erleichterte Vergabe von Kassensitzen.
- Für die Verankerung von sauberer Raumluft als festen Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge – zum Schutz vor Infektionen, chronischen Krankheiten und Long COVID.
- Für die Einbeziehung und Sicherung komplementärmedizinischer und pflegerischer Angebote in die Versorgungslandschaft.
- Wir setzen uns für leicht erreichbare auch digitale Anlaufstellen („Gesundheitskioske“) ein, in denen Gesundheits- und Sozialberatung gebündelt angeboten wird. Dort erhalten Menschen frühzeitig Unterstützung, auch mehrsprachig, und werden bei Vorsorge, Anträgen und dem Weg in die reguläre Versorgung begleitet.
- Wir bauen kommunale Präventionsketten auf, in denen Gesundheitsamt, Jugendhilfe, Kitas, Schulen und Beratungsstellen verbindlich zusammenarbeiten. So werden Familien von der Schwangerschaft bis zum Berufseintritt der Kinder kontinuierlich begleitet und bekommen Unterstützung, ohne lange Wege und unnötige Bürokratie.
- Für hebammengestützte Kreißsäle und wohnortnahe Geburtshilfe.
- Für Pflegecafés und Pflegeberatung vor Ort zur Entlastung pflegender Angehöriger.
- Für eine umfassende Prävention durch Aufklärung, gesunde Ernährung, Bewegung und seelische Gesundheit.
FAMILIEN STÄRKEN – vielfältig, verlässlich, verbunden
Familien sind vielfältig – und wir GRÜNE stehen an ihrer Seite. Ob Patchwork, queer, alleinerziehend, adoptiert, pflegend oder klassisch: Familien brauchen Strukturen, die sie von Anfang an unterstützen. Im Flächenkreis Limburg-Weilburg setzen wir uns für eine gerechte Familienpolitik ein, die niemanden zurücklässt.
Wir GRÜNE wollen:
- Familienzentren, Nachbarschaftshilfen und Beratungsangebote besser vernetzen und barrierearmer gestalten.
- Einkommensschwache Familien und Kinder mit körperlichen oder psychischen Erkrankungen gezielter fördern.
- Regionale Familiennetzwerke aufbauen und das Angebot von Tageseltern stärker unterstützen.
- Wir setzen uns für eine kreisweit koordinierte Ferien- und Notbetreuung ein, damit Berufstätigkeit nicht an Schließzeiten scheitert
- Wir fördern aktiv Kooperationen zwischen Unternehmen und Kommunen zum Aufbau betriebsnaher Kinderbetreuung und unterstützen flexible Randzeitenangebote.
- Mehrsprachige Informationen und niedrigschwellige Angebote bereitstellen.
- Klassenfahrten und politische Bildung finanziell absichern.
- Spielmobile in Kommunen bringen und und allen Jugendlichen, besonders jenen mit Diskriminierungserfahrungen, den Zugang zu Jugendzentren erleichtern.
- Austauschprogramme zwischen Ost- und Westdeutschen Kreisen fördern.
Kinder- und Jugendbeteiligung ist für uns kein Symbol, sondern gelebte Demokratie. Kinder- und Jugendgremien sollen systematisch von der Kreisverwaltung begleitet und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
SOZIALARBEIT STÄRKEN – vorbeugen, begleiten, unterstützen
Soziale Arbeit fängt Menschen auf, die Unterstützung benötigen, und schafft Perspektiven. Damit Gerechtigkeit nicht nur ein Wort, sondern gelebte Wirklichkeit wird, muss der Landkreis soziale Arbeit in Schulen, Nachbarschaftszentren und Treffpunkten aktiv fördern.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für aufsuchende Sozialarbeit, besonders für Jugendliche mit Sucht- oder Wohnungslosigkeitsrisiken, und für den Erhalt des Begegnungsmobils *be:mo*.
- Für geschlechter- und diskriminierungssensible Jugendarbeit.
- Für eine integrierte Strategie zur Kinder- und Jugendgesundheit (Zahngesundheit, Ernährung, psychische Stabilität), insbesondere für präventive Angebote in Jugendzentren und bessere Zusammenarbeit zwischen Jugend-, Gesundheitsamt und Schulen.
- Für *Drug-Checking*-Angebote und Maßnahmen gegen Lachgas-Konsum.
- Für eine bessere Ausstattung von Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt.
- Für ausreichend Plätze für Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen.
INKLUSIV UND BARRIEREFREI – Teilhabe für alle
Wir GRÜNE im Kreis Limburg-Weilburg setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen selbstbestimmt leben, teilhaben und sich entfalten können – unabhängig von körperlichen, geistigen oder sozialen Voraussetzungen. Unser Ziel ist ein Kreis ohne Barrieren, in dem jede und jeder die bestmöglichen Chancen auf Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe erhält – von der Geburt bis ins hohe Alter.
Inklusion beginnt bei der Geburt. Hebammenversorgung und wohnortnahe Geburtshilfestrukturen sichern einen guten Start ins Leben. In Kitas und Schulen soll Inklusion gelebte Praxis sein – Kinder mit und ohne Einschränkungen lernen gemeinsam. Eltern mit Behinderungen brauchen ein Recht auf Elternassistenz. Auch beim Übergang ins Berufsleben dürfen Menschen mit Behinderungen nicht zurückgelassen werden. Fließende Übergänge zwischen erstem und zweitem Arbeitsmarkt sollen echte Chancen eröffnen.
Eine inklusive Gesellschaft braucht Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen. Öffentlicher Raum, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie Nahverkehr müssen für alle zugänglich sein. Auch digitale Angebote des Landkreises sollen barrierefrei gestaltet werden. Arzt- und Gesundheitseinrichtungen müssen umfassend barrierefrei werden.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für eine barrierefreie und kontaktfreundliche Gestaltung des öffentlichen Raums.
- Für die Einsetzung einer*eines ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten beim Landkreis.
- Für barrierefreie Kultur- und Bildungseinrichtungen.
- Für den Ausbau barrierefreier Mobilität.
- Für barrierefreie Internetangebote und Verwaltungsinformationen.
- Für barrierefreie Mehrgenerationentreffpunkte und Begegnungsstätten.
- Für mehr Achtsamkeit für Menschen mit unsichtbaren Behinderungen.
AKTIVES ALTERN – Chancen und Potenziale nutzen
Eine umfassende Senior*innenpolitik spielt eine zentrale Rolle für das Wohlergehen der gesamten Bevölkerung. Altern ist nicht gleich Defizit – wir sind überzeugt, dass die Erfahrungen und Expertisen der Senior*innen unverzichtbar sind. Menschen brauchen auch im fortgeschrittenen Lebensalter soziale Kontakte und sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten.
Um älteren Menschen in Limburg-Weilburg ein aktives und gesundes Leben und die gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, müssen Strukturen geschaffen und gestärkt werden, die es Senior*innen ermöglichen, selbstbestimmt in der eigenen Wohnung, in nachbarschaftlich organisierten Wohnformen oder mit guter pflegerischer Unterstützung zu leben.
Dabei ist digitale Teilhabe ebenso wichtig wie analoge – Senior*innen brauchen Zugang zu Technik und Wissen, um digitale Angebote selbstbestimmt zu nutzen.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für die Vernetzung von Akteur*innen zur Prävention von Einsamkeit und Pflegebedürftigkeit.
- Für die Verzahnung von ambulanten und stationären Angeboten, um wohnortnahe Pflege sicherzustellen.
- Für mehr lokale Angebote der Kurzzeit- und Tagespflege sowie wohnortnahe Pflegewohngemeinschaften und Pflegeappartments.
- Für kostenlose (kostengünstige) und barrierearme Internetzugänge in Senior*inneneinrichtungen.
- Für die Stärkung von ehrenamtlichen Projekten zur Unterstützung älterer Menschen, z. B. Besuchsdienste, DigiLotsen und Medienkompetenzangebote
- Für barrierefreie digitale Verwaltungsangebote.
- Für Engagementbörsen und generationenübergreifendes Ehrenamt.
- Für senior*innengerechte Mobilitätsangebote im gesamten Kreisgebiet.
GLEICHBERECHTIGT. SELBSTBESTIMMT. FEMINISTISCH.
Ziel unserer GRÜNEN Politik ist ein gerechter Landkreis für alle, die hier leben. Dazu gehören gleiche Chancen in allen Lebensbereichen, insbesondere in Bildung und Beruf. Ebenso wichtig ist der Schutz vor Gewalt und Diskriminierung. Wir treten für die Akzeptanz unserer Vielfalt ein – in Herkunft und Sprache, in geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung, in Religion und Weltanschauung, in sozialem und in Bildungsstatus.
Antifeministischen und queerfeindlichen Strukturen stellen wir uns konsequent entgegen.
Politische Teilhabe ist das Zentrum unserer Demokratie. Im politischen Betrieb ist es für Frauen oft mit Herausforderungen verbunden, sich Gehör zu verschaffen, in ihrer Kompetenz respektiert zu werden und gleiche Beteiligungsmöglichkeiten zu erhalten. In den politischen Gremien unseres Landkreises besteht eine deutliche Unterrepräsentation. Von einer paritätischen Repräsentanz sind wir weit entfernt.
Geschlechtergerechtigkeit muss als Querschnittsthema in allen kommunalen Arbeitsfeldern und Politikbereichen verankert werden – von gendersensibler Bauplanung über Arbeitsmarktpolitik bis hin zur Gesundheitsversorgung, die Barrieren abbaut und Zugänge schafft. Der Schutz vor Angriffen und Gewalt hat dabei oberste Priorität. Errungenschaften der letzten Jahre dürfen insbesondere in Zeiten knapper Kassen nicht zurückfallen.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
- Parität in allen Gremien und kreiseigenen Gesellschaften mit verbindlichen Zielvorgaben für eine paritätische Besetzung von Entscheidungspositionen in allen kommunalen (Tochter-)Unternehmen, Gremien und in der Kreisverwaltung.
- Die Fortsetzung der Netzwerktreffen politisch engagierter Frauen.
- Die Bekämpfung und Prävention von jeglicher Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention im Landkreis. Dazu gehört die ausreichende Finanzierung des Frauenhauses und des Ausbaus von Schutzplätzen für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder, sowie stärkere Förderung von Täterarbeit.
- Die Unterstützung von Vereinen und Initiativen, die sich gegen Gewalt engagieren – auch gegen queerfeindliche Gewalt – und die Verstetigung von freiwilligen Finanzierungszuschüssen des Kreises für Beratungs- und Schutzangebote.
- Die bessere medizinische Versorgung von Frauen durch flächendeckende Versorgung in Gynäkologie und Geburtshilfe.
- Kostenlose Menstruationsartikel an weiterführenden Schulen durch die Fortführung und Verstetigung des Modellprojekts.
- Die gezielte Förderung und Bereitstellung von Angeboten für Frauen und Mädchen mit Fluchterfahrung – etwa in Sprache, psychosozialer Beratung sowie Aus- und Weiterbildung.
- Die Durchführung von Maßnahmen, Modellprojekten und Forschungsvorhaben zur Förderung von Mädchen, insbesondere aus bildungsfernen Milieus und prekären Lebenslagen.
Unser Ziel:
Kein Mensch darf im Landkreis Limburg-Weilburg durch das soziale Netz fallen. Wir wollen in einem Landkreis leben, in dem Gleichberechtigung selbstverständlich ist – in der Verwaltung, in der Wirtschaft, in Politik, Bildung, Gesundheit und Kultur. Eine Gesellschaft, die Vielfalt schützt, Selbstbestimmung stärkt und Gewalt keinen Raum lässt.
Bildung ist der Schlüssel zu Chancengerechtigkeit, Teilhabe und einer lebenswerten Zukunft. Wir GRÜNE wollen Schulen, Kitas, Berufsschulen und Weiterbildungseinrichtungen so gestalten, dass sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen stärken – sozial, ökologisch und digital.
GANZTÄGIGE GRUNDSCHULBETREUUNG – verlässlich, hochwertig, kindgerecht
Mit dem Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung wird die Ganztagsschule zur Regel. Ganztagsangebote verbessern Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit, weil sie Kinder unabhängig von Herkunft oder Einkommen gleichermaßen fördern.
Mit dem Ausbau ganztägiger Betreuung wächst der Bedarf an Mittagessen. Neben dem sozial förderlichen Aspekt des gemeinsamen Essens, soll das Schulessen die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen fördern. Schulen müssen mit frisch gekochtem Essen aus regional und saisonal erzeugten, möglichst biologischen Lebensmitteln, hergestellt werden.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für qualitativ hochwertige Ganztagsangebote in allen Grundschulen.
- Für den Ausbau von Kooperationen zwischen Schulen, Vereinen, Musikschulen und Stadtteilzentren.
- Für gestärkte Stundenkontingente für Schulsekretariaten oder eigene GTS-Zuständige, um die Koordination des Ganztagsbetriebs zu sichern.
- Einhaltung der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Verwendung regionaler und ökologischer Produkte beim Schulessen, um eine gesunde Ernährung zu gewährleisten.
- Soziale Preisgestaltung, damit kein Kind vom Mittagessen ausgeschlossen wird.
SCHULBAU UND -SANIERUNG ZUKUNFTSFÄHIG GESTALTEN
Schulen sollten einladende und inspirierende Lernorte sein, an denen sich Schüler*innen und Lehrende gerne aufhalten. Die Mittel aus Sondervermögen sollten in die Modernisierung von Schulen fließen. Hierbei sollten energetische und lernfreundliche Sanierungen sowie der Ausbau digitaler Infrastruktur im Fokus stehen.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für moderne, freundliche, energieeffiziente und barrierefreie Lernumgebungen.
- Für klimaresiliente Bauweise von Schulen mit Verschattung, Begrünung und Entsiegelung von Schulhöfen.
- Für nachhaltige und faire Baustandards bei allen Schulprojekten.
- Für die verbindliche Installation von CO-2 Ampeln in Unterrichtsräumen.
- Für den Einbau von raumlufttechnischen Anlagen (Lüftungssystemen), um bessere Konzentration, die Verringerung von Infektionen und die echte Inklusion von belasteten Kindern zu garantieren.
KOSTENLOSE MENSTRUATIONSARTIKEL AN SCHULEN UND ÖFFENTLICHEN GEBÄUDEN
Menstruation ist normal. Immer noch hat es jedoch finanzielle und soziale Konsequenzen, wenn Mädchen und Frauen „ihre Tage haben“. Das von uns angeregte Pilotprojekt der kostenlosen Bereitstellung von Menstruationsartikeln in allen weiterführenden Schulen ist erfolgreich und erleichtert vielen den Schulalltag. Daher treten wir für die Verstetigung der Bereitstellung ein und fordern, dass sie auf kreiseigene Liegenschaften ausgeweitet wird, um Periodenarmut zu verhindern und Bildungsbenachteiligung abzubauen.
Wir GRÜNE fordern:
- Die kostenlose Bereitstellung von Menstruationsprodukten an allen weiterführenden Schulen zu verstetigen
- Die Ausweitung von kostenloser Bereitstellung von Menstruationsprodukten in allen kreiseigenen Liegenschaften.
DIGITALE SCHULE FÜR ALLE
Digitale Bildung ist die Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit. Wir GRÜNE wollen digitale Chancengerechtigkeit in allen Schulen sicherstellen.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für flächendeckendes WLAN, moderne Endgeräte und Open-Source-Software in allen Schulen, durchgehende Nutzung sicherer Cloud-Services und Ausbau der Möglichkeiten zum digitalen Unterricht.
- Für ein Mietkaufmodell für Tablets/Endgeräte mit sozialer Staffelung für Schüler*innen ab Klasse 7.
- Für die Etablierung einer zentrale IT-Unterstützung für alle Schulen, um Lehrkräfte zu entlasten und Ressourcen zu bündeln.
- Für digitale Inklusion, die niemanden ausschließt.
- Für ein umfassendes Schulungsangebot für Lehrkräfte aller Fachrichtungen zur optimalen Nutzung moderner Hard- und Software im Unterricht und zur Festigung eines digitalen Bewusstseins.
BERUFSSCHULEN, DUALE AUSBILDUNG UND HOCHSCHULSTANDORTE SICHERN
Die regionale Wirtschaft benötigt eine starke, moderne und verlässliche duale Ausbildung, um das Handwerk zu stärken und Fachkräfte vor Ort zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Berufsschulen vor Ort müssen als gleichberechtigter Partner der Betriebe im dualen System gestärkt werden. Wohnortnahe Standorte sind zu erhalten, Schulschließungen zu vermeiden und überlange Anfahrtswege zu verhindern. Erforderlich sind Investitionen in digitale Lernräume, praxisgerechte Fachräume und eine moderne Ausstattung. Zudem muss die berufliche Bildung gleichwertig zur akademischen Bildung anerkannt werden.
Wir GRÜNE fordern:
- Den Ausbau digitaler Infrastruktur und moderner Lernplattformen an Berufsschulen.
- Die Errichtung eines Azubi-Wohnheims in kreiseigener Trägerschaft.
- Die Technische Hochschule Mittelhessen mit ihrem Standort Limburg, die qualifizierenden Fachschulen in Weilburg, Hadamar und Limburg sowie alle weiteren Ausbildungsstandorte im Landkreis müssen gestärkt und vor Ort erhalten werden.
- Eine jährliche schulübergreifende Ausbildungsmesse zur besseren Vernetzung von Schulen, Betrieben und Jobcenter.
LEBENSLANGES LERNEN – WEITERBILDUNG UND VOLKSHOCHSCHULE STÄRKEN
Lebenslanges Lernen ist zentral für gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Chancen.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für gesicherte Finanzierung und Modernisierung der Volkshochschulen.
- Für digitale Lernformate, besonders im ländlichen Raum.
- Für Informationsbereitstellung zu regionalen Fortbildungsangeboten durch den Landkreis
- Für Bildungskooperationen mit Bibliotheken, Vereinen und sozialen Träger*innen.
GEMEINSAMES LERNEN FÜR ALLE – INKLUSIVE SCHULEN
Schulen sind neben Familien die wichtigsten Sozialräume für Kinder und Jugendliche. Allen Menschen, ob mit oder ohne Einschränkungen, soll eine gerechte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden. Daher setzen wir uns dafür ein, dass alle Kinder gemeinsam lernen können – unabhängig von körperlichen, geistigen oder sozialen Voraussetzungen. Dies stärkt Toleranz und Akzeptanz als wichtige Voraussetzung für eine demokratische Gesellschaft.
Wir GRÜNE fordern:
- Barrierefreie Gebäude mit Aufzügen, inklusiven Sanitäreinrichtungen, Ruheräumen sowie akustischen und visuellen Hilfen.
- Investitionen in inklusive Infrastruktur.
SCHULSOZIALARBEIT AUSBAUEN
Schulen sind komplexe Lernorte und Abbild einer sich verändernden Gesellschaft. Kinder und Jugendliche stehen vor besonderen Herausforderungen und brauchen Unterstützung, damit sie die besten Möglichkeiten erhalten, ihre Potentiale zu entfalten. Um auf Chancengerechtigkeit hinzuwirken, wollen wir eine flächendeckende Schulsozialarbeit sicherstellen, vor allem aber an Schulen mit besonderen Herausforderungen.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für enge Kooperation von Jugendhilfe und Schule.
- Für feste Stellenanteile und Aufstockung von Schulsozialarbeitenden möglichst an allen Schulen des Kreises, besonders aber an Förderschulen.
- Für niedrigschwellige Jugendhilfeangebote.
DEMOKRATIEBILDUNG UND BETEILIGUNG AN SCHULEN FÖRDERN
Schulen sollen Lernorte der Demokratie sein. Wir stärken die Kreis- und Stadtschüler*innenvertretungen und fördern Beteiligung auf Augenhöhe.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für Gedenkstättenarbeit und Projekte gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
- Für Beteiligungsformate, die Mitsprache von Schüler*innen und Jugendlichen ermöglichen.
- Für Demokratiebildung in Unterricht und Schulleben.
- Die Fortführung des Projekts „Pimp your Kreistag“.
KLIMARESILIENTE SCHULEN UND BEGRÜNTE SCHULHÖFE
Schulen sind nicht nur Lernorte, sondern Orte, an denen Kinder und Jugendliche viele Stunden im Laufe des Tages verbringen. Schulen und auch Pausenhöfe müssen den Herausforderungen des Klimawandels entsprechend angepasst werden. Entsiegelte Flächen sind kühler und fördern Entspannung und ein gesundes Lernumfeld. Asphaltierte Flächen sollen bepflanzt, verschattet und mit Sitzgelegenheiten versehen werden. Auch Schulgärten sollten Teil des pädagogischen Angebotes jeder Schule werden, da sie biologische Zusammenhänge praktisch vermitteln können.
Wir GRÜNE fordern:
- Entsiegelte, begrünte, bewegungsfreundliche Schulhöfe.
- Trinkwasserspender als Standard.
- Systematische Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
- Schulgärten als pädagogisches Angebot an allen Schulen
Unser Ziel:
Ein Bildungssystem, das alle mitnimmt – chancengerecht, inklusiv, klimafreundlich und zukunftsorientiert. Bildung ist der Motor einer solidarischen, demokratischen und nachhaltigen Gesellschaft.
Städte, Gemeinden und Landkreise sind Schlüsselakteure der sozial-ökologischen Transformation. Wir GRÜNE wollen, dass der Landkreis Limburg-Weilburg mit gutem Beispiel vorangeht – durch nachhaltige Beschaffung, soziale und ökologische Kriterien bei Ausschreibungen sowie durch zukunftsgerichtete Investitionen in eine krisenfeste Infrastruktur und eine angemessene Digitalisierung.
Ökologie und wirtschaftliche Entwicklung sind kein Widerspruch – sie gehören untrennbar zusammen. Durch das Zusammendenken stärken wir regionale Wertschöpfung, faire Arbeitsbedingungen und klimafreundliches Wirtschaften und machen wir Limburg- Weilburg zukunftsfest.
Unsere regionale Wirtschaftsförderung muss konsequent auf Kreislaufwirtschaft, kurze Wege und eine starke, nachhaltige Infrastruktur ausgerichtet werden. Der Landkreis ist ländlich geprägt – deshalb braucht es verlässliche Mobilität, Innovationsräume und gezielte Unterstützung vor Ort.
REGIONALE WERTSCHÖPFUNG UND INNOVATION STÄRKEN
Der Landkreis Limburg-Weilburg ist eine wirtschaftlich dynamische Region mit günstiger Lage zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Ruhrgebiet. Eine moderne Verkehrsanbindung, der ICE-Haltepunkt Limburg-Süd und eine vielfältige Unternehmenslandschaft schaffen gute Voraussetzungen für nachhaltiges Wirtschaften.
Wir GRÜNE wollen, dass diese Stärken genutzt werden, um nachhaltige, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen – insbesondere im technologisch hochwertigen Bereich, anstatt durch weiteren Flächenverbrauch für Industriegebiete.
Die Wirtschaft im Landkreis ist vielfältig aufgestellt – von starkem Handwerk bis Hightech. Diese Mischung wollen wir erhalten und zukunftssicher gestalten. Kleine Unternehmen, Freiberufler*innen und Selbständige stehen dabei vor besonderen Herausforderungen, denn die Rahmenbedingungen sind nicht immer fair. Hier braucht es Nachbesserungen und umfassende Unterstützungsangebote, sowie bessere Förderung von Neugründungen.
Ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort braucht die Offenheit für neue Ideen. Wir setzen uns für den Aufbau eines regionalen Innovations-Hubs ein und unterstützen Kooperationen zwischen Wirtschaft, Handwerk, Wissenschaft und Verwaltung. Auch brauchen wir unbürokratische Räume für Start-ups und Gründer*innen.
Wir GRÜNE fordern:
- Den Ausbau der Wirtschaftsförderung zu einem echten Start-up-Förderer.
- Die gezielte Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Handwerksbetriebe bei Energieeffizienz, Digitalisierung und Nachfolgefragen.
- Eine Wirtschaftsförderung, die ökologische Innovationen und regionale Kreisläufe stärkt.
- Die Unterstützung nachhaltiger Gewerbeflächenentwicklung mit Flächenrecycling und Energieeffizienz.
- Regionale Beschaffung, faire Lieferketten und lokale Produktion.
- Den weiteren Ausbau und Förderung von Innovations- und Gründer*innenzentren für nachhaltige Geschäftsmodelle (nach dem Beispiel des Zukunftsforums Mengerskirchen) in Zusammenarbeit mit Sparkassen, Kommunen und Unternehmen.
- Die Vernetzung von Hochschulen, Schulen und Unternehmen für transferorientierte Projekte.
- Förderprogramme für klimafreundliche Technologien und nachhaltige Produktionsmethoden.
- Den Aufbau unterstützender Strukturen für selbständige Mütter.
FINANZEN TRANSPARENT UND ZUKUNFTSORIENTIERT GESTALTEN
Öffentliche Mittel gehören allen. Ihr Einsatz muss transparent, effizient und am Gemeinwohl orientiert sein. Die öffentlichen Aufträge sollen im Wege einer fairen Vergabe erfolgen.
Wir GRÜNE fordern:
- Investitionen nach wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien statt nach dem billigsten Angebot.
- Berücksichtigung von Lebenszykluskosten und umweltfreundlicher Entsorgung in allen Ausschreibungen.
- Nachweise über ökologische Standards und soziale Verantwortung bei Vergaben.
- Kriterien wie Qualität, Tariftreue, Ausbildung und regionale Wertschöpfung müssen
- stärker berücksichtigt werden.
- Bewerbungsverfahren sollen einfacher, digitaler und transparenter gestaltet werden.
INNOVATION IST EFFIZIENT UND KLIMAFREUNDLICH
Auch Umwelt- und Klimaschutz profitieren von digitaler Innovation. Smarte Systeme können Energieverbräuche senken, Prozesse effizienter gestalten und Ressourcen sparen. Innovative und automatisierte Systeme sind ressourcenschonend und sichern den Wirtschaftsstandort. Technologieoffenheit heißt für uns, dass kluge Lösungen unseren Wohlstand nachhaltig sichern können – ohne auf die Antworten von gestern zu vertrauen. Neue Herausforderungen brauchen mutige neue Konzepte.
Wir GRÜNE setzen uns ein:
- Für Energieeffizienz in Unternehmen und Verwaltung.
- Für Beratungsprogramme und Fördermittel zur Abwärmenutzung und Ressourceneinsparung.
- Für die Verknüpfung von Digitalisierung, Klimaschutz und Wirtschaftsförderung zu einer gemeinsamen Zukunftsstrategie.
DIGITALISIERUNG IN ZUKUNFT INKLUSIV
Digitalisierung ist nicht nur ein Schlüssel für Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit, sondern auch für wirtschaftliche Teilhabe. Immer mehr Menschen arbeiten im Homeoffice, wodurch der Arbeitsmarkt auch für mobilitätseingeschränkte Menschen zugänglicher geworden ist. Wir GRÜNE setzen uns für eine soziale, ökologische und inklusive Digitalisierung ein, die niemanden ausschließt.
Wir GRÜNE fordern:
- Den flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes als Rückgrat der digitalen Infrastruktur.
- Die Digitalisierung der Verwaltung und ihrer Prozesse mit gebündelten Kompetenzen und praxiserprobten Lösungen – stets aus dem Blickwinkel der Bürgerinnen und Bürger.
- Digitale Inklusion für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen – kein „Digital only“-Prinzip.
- Den Einsatz smarter Technologien zur Verbesserung von Klima- und Umweltschutz, z. B. durch Sensorik oder „Digital Twins“.
- Co-Working-Angebote für Menschen im Homeoffice mit moderner digitaler Infrastruktur und sozialen Begegnungsräumen.
- Den Ausbau der Cybersicherheit von Verwaltung, Schulen und Bevölkerung durch Schulungen, Notfallpläne und einheitliche Standards
Unser Ziel:
Eine Wirtschaft, die auf Nachhaltigkeit, Fairness und Innovation setzt – digital stark, ökologisch verantwortlich und sozial gerecht. Ein Landkreis, der als Vorbild zeigt, dass wirtschaftliche Stärke und Klimaschutz Hand in Hand gehen können.
Bezahlbarer Wohnraum ist kein Luxus, sondern eine Frage der Gerechtigkeit. Auch im Landkreis Limburg-Weilburg mangelt es seit längerem an erschwinglichen Wohnungen – nicht nur für Menschen mit geringem, sondern auch mit mittlerem Einkommen. Für Familien mit Kindern, Alleinerziehende, ältere Menschen, Studierende und Auszubildende oder Menschen in der Grundsicherung ist es immer schwieriger bezahlbare Wohnungen zu finden. Jährlich fallen auch im Landkreis Limburg-Weilburg geförderte Sozialwohnungen aus der Bindung. Dies verschlimmert die Lage zusehends.
Wohnen ist nicht nur eine Frage des Mietpreises, sondern auch der sozialen Anbindung: Ob ältere, abere auch junge Menschen Kontakte halten, Unterstützung finden oder vereinsamen, hängt stark vom Wohnumfeld ab. Generationenübergreifende Wohnformen und Quartierskonzepte können Einsamkeit vorbeugen und Familien bei Betreuung und Pflege entlasten.
Wir GRÜNE setzen uns auch dafür ein, dass Wohnen wieder bezahlbar, barrierearm und zukunftsfähig wird. Seit mehr als 10 Jahren fordern wir im Kreistag die Errichtung einer kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft wie etwa im Rheingau-Taunus-Kreis, um die Errichtung bezahlbaren Wohnraums voranzutreiben. Öffentlich geförderter Wohnungsbau muss deutlich ausgeweitet werden. Bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum zu schaffen, ist eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre.
In den Kommunen muss der Konflikt zwischen Flächenverbrauch und dem Bedarf an Wohnraum nachhaltig gelöst werden. Wir GRÜNE setzen auf kreative Nutzung vorhandener Gebäude, Umbau und Nachverdichtung statt auf Neubau auf der grünen Wiese.
Barrierefreier Wohnraum ist Mangelware. Nach der Hessischen Bauordnung ist der allgemein barrierefreie Standard für 20% der Wohnungen verpflichtend. Es ist eine Aufgabe der Kommunen, das barrierefreie Bauen voranzutreiben, etwa durch barrierefreie öffentliche Gebäude. In der kommunalen Bauleitplanung kann aber auch festgeschrieben werden, dass beim Neubau von größeren Mehrfamilienhäusern ein Anteil an rollstuhlgerechten Wohnungen vorzuhalten sind. Auch Anreize für Unternehmen, Vermieter oder Privatpersonen wären denkbar, um den Anteil an barrierefreien Gebäuden zu vergrößern.
Zudem sollte das Kreisbauamt durch die Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren aktiv dazu beitragen, dass Bauprojekte schneller umgesetzt werden können. Die Erteilung serieller Baugenehmigungen kann hier ein Schritt in die richtige Richtung sein.
Um die Attraktivität des Kreises für Auszubildende zu gewährleisten, müssen kostengünstige, bedarfsgerechte und betreute Wohnmöglichkeiten für Auszubildende geschaffen werden. Damit sollen Mobilitätshürden gesenkt, Ausbildungsabbrüche vermieden und der Fachkräftenachwuchs für Handwerk und Wirtschaft gesichert werden. Dieses Angebot ist insbesondere bei zentralisierten Berufsschulstandorten von Bedeutung.
Wir GRÜNE fordern:
- Die Gründung einer kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft.
- Mindestens 30 % geförderte Wohnungen im kommunalen Neubau sowie bei Bestandssanierungen.
- Förderprogramme für energetisch optimierten, barrierefreien und modular anpassbaren Wohnraum.
- Ein Leerstandsmanagement muss den nicht genutzten Wohnraum erfassen und bei freistehenden Wohnungen, koordiniert über eine zentrale Koordinierungsstelle beim Kreis für Verwaltung und Vergabe.
- Unterstützung alternativer Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser, Tiny Houses oder gemeinschaftliche Wohnprojekte und Nachbarschaftsnetzwerke, um den sozialen Zusammenhalt zwischen Jung und Alt zu stärken und Vereinsamung aktiv entgegenzuwirken.
- Wohnprojekte für Azubis, Studierende, Familien und Senior*innen mit wohnortnaher Infrastruktur.
- Die Entbürokratisierung von Baugenehmigungsverfahren.
- Nachhaltige Stadtentwicklung durch Schwammstadtkonzepte, Dachbegrünung, Sickerflächen und Entsiegelung.
- Förderung der Sanierung, Umnutzung und Aufstockung von Bestandsgebäuden.
- Beratung zu barrierefreiem Bauen und klimaangepasster Sanierung.
Unser Ziel:
Ein vielfältiger, sozialer Wohnungsmarkt, der ökologische Standards setzt und für alle bezahlbar bleibt.
Wir GRÜNE haben die Vision einer nachhaltigen Mobilität im Kreis Limburg-Weilburg. Mobilität ist ein Grundrecht – auch ohne eigenes Auto. Auch Kinder, Jugendliche, Senior*innen, Menschen mit Behinderung oder geringem Einkommen sollen komfortabel, sicher und bezahlbar unterwegs sein können.
Statt das Auto in den Mittelpunkt zu stellen, rücken wir den Menschen mit seinen Mobilitätsbedürfnissen in den Fokus. Mobilität bedeutet Teilhabe – am Arbeitsmarkt, bei Sport, Bildung, Ehrenamt oder Kultur – sie darf nicht vom Führerschein oder Einkommen abhängen. Fast alle Wege beginnen oder enden zu Fuß. Sichere, barrierefreie und breite Fußwege sind Grundlage für eine inklusive Mobilität. Auch der Radverkehr hat enormes Potenzial: 40 % der Autofahrten im Nahbereich könnten aufs Rad verlagert werden. Auch in unserem hügeligen Landkreis erfreut sich insbesondere das Fahren mit dem E-Bike immer größerer Beliebtheit. Hierfür braucht es besonders für die Alltagsfahrten bessere Rahmenbedingungen.
Wir GRÜNE fordern:
- Barrierefreie, regelmäßige und sichere Mobilitätsangebote für alle Generationen.
- Ein Nahverkehrssystem mit verlässlichem Taktverkehr – auch abends und am Wochenende
- On-Demand-Angebote (Rufbusse, Carsharing) für den gesamten Landkreis.
- Ausbau von Mobilitätsstationen zum einfachen Umsteigen zwischen verschiedenen Angeboten
- Pendlerbusse zum ICE-Bahnhof Limburg-Süd und Ausbau interkommunaler Schnellbuslinien.
- Breite, sichere Fußwege und barrierefreie Querungsstellen.
- Sichere Schulwege durch Querungshilfen, Beleuchtung und Verkehrsberuhigung.
- Gemeindeverbindende, durchgängige Alltagsradwege.
- Überdachte, sichere Fahrradabstellanlagen an zentralen Orten und ÖPNV-Haltestellen.
- Radverkehrskampagnen zur Förderung von Gesundheit und Nachhaltigkeit.
ÖFFENTLICHER NAHVERKEHR – ZUVERLÄSSIG UND ERREICHBAR
Ein attraktiver ÖPNV ist die Grundsäule nachhaltiger Mobilität. Barrierefreie Busse und Züge sollen mindestens im Stundentakt verkehren – von früh morgens bis spät abends.
Der Landkreis Limburg-Weilburg ist Teil der Metropolregion Rhein-Main – das muss genutzt werden. Pendelverkehre sollen stärker auf die Schiene verlagert werden.
Wir GRÜNE fordern:
- Einen sozial gerechten, bezahlbaren Ticketpreis.
- Dauerhafte Sicherung der ICE-Haltestelle Limburg-Süd mit einem attraktiven Pendlerangebot.
- Kreisweiter Pendlerbusservice zum ICE-Bahnhof Limburg-Süd, sowie zu anderen überregionalen P+R-Bahnhöfen.
- Bessere Verknüpfung von Bus, Bahn und Radverkehr durch Mobilitätsstationen.
- Die Bevorrechtigung von Bussen an Ampeln.
- Die Überarbeitung des Nahverkehrskonzepts des Landkreises mit sozial-ökologischen Kriterien
- Einen zuverlässigen 30 Minuten Takt auf der Bahnstrecke Limburg/ Lahn – Frankfurt-Hbf.
- Verbesserte Anbindung an das S-Bahnnetz des Rhein-Main-Gebietes.
- Die Reaktivierung der Weiltalbahn nur bei positivem Nutzen-Kosten-Ergebnis unter Beachtung der Nutzung emissionsarmer Fahrzeuge im Schienenverkehr
E-MOBILITÄT UND KLIMANEUTRALER VERKEHR
Elektromobilität kann ein wichtiger Baustein für klimaneutrale Mobilität sein – wenn sie nachhaltig und sozial gerecht umgesetzt wird.
Wir GRÜNE fordern:
- Den Ausbau öffentlicher E-Ladestationen im gesamten Kreisgebiet.
- Die Umstellung kommunaler Fuhrparks und des ÖPNV auf klimaneutrale Antriebe.
Unser Ziel:
Eine Mobilität, die ökologisch tragfähig, sozial gerecht und zukunftsorientiert ist. Nachhaltige Mobilität im Landkreis Limburg-Weilburg bedeutet für uns:
Mehr gesellschaftliche Teilhabe, weniger Verkehr, saubere Luft, schnellere und sichere Wege für alle.
Wir schaffen die Grundlage für klimafreundliche, gerechte und zukunftssichere Mobilität im ländlichen Raum.
Demokratie lebt vom Mitmachen. Sie ist kein Selbstläufer, sondern muss immer wieder neu verteidigt, gestaltet und mit Leben gefüllt werden. Wir GRÜNE stehen für einen offenen, respektvollen und solidarischen Landkreis Limburg-Weilburg, in dem alle Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung gleichberechtigt mitgestalten können.
Bürger*innen sollen kommunale Entscheidungen nachvollziehen, verstehen und mitgestalten können. Demokratie fängt vor der Haustür an.
GEGEN EXTREMISMUS UND HASS – Für Vielfalt und Respekt
Wir GRÜNE treten entschieden gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und Gewalt ein.
Demokratie als Grundlage unseres Grundgesetzes bedeutet, neben der Mitgestaltung der Bürger*innen am Staat, für Vielfalt, Respekt vor dem Lebensentwurf der anderen und die unbedingte Achtung der Menschenwürde einzustehen.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreis Limburg-Weilburg stehen für eine demokratische, offene und vielfältige Gesellschaft. Diese Werte sind für uns nicht verhandelbar – auch nicht auf kommunaler Ebene. Deshalb schließen wir eine Zusammenarbeit mit der AfD in jeglicher Form konsequent aus – in Ausschüssen, im Kreistag oder bei gemeinsamen Initiativen. Die AfD steht für Ausgrenzung, Hetze und eine Politik der Angst. Sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt – auch hier im Kreis. Wir treten entschieden gegen jede Form von Rassismus, Demokratiefeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus ein. Unsere Demokratie lebt von Menschen, die Haltung zeigen. Wir unterstützen alle, die sich lokal für ein respektvolles Miteinander und gegen Hass starkmachen.
Vor dem Hintergrund zunehmender rechtsextremer Bedrohungen, digitaler Hetze und Angriffe auf demokratische Institutionen und Politiker*innen ist unsere Haltung eindeutig: Wir stehen zusammen gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit!
Hierzu gehört es auch, das Bewusstsein für die Singularität der Gräueltaten des Nationalsozialismus und die daraus resultierende Verantwortung Deutschlands wachzuhalten. Die historische Erinnerung muss aber verknüpft werden mit der Verantwortung für die Gestaltung des Heute und Morgens – dies ist vordringliche Aufgabe unserer Erinnerungskultur. Wir wollen den Opfern ein würdiges Gedenken bereiten und zugleich unser Möglichstes dafür tun, um Menschenfeindlichkeit, Hass, Antisemitismus und Rassismus in unserem Landkreis zu verhindern und zu bekämpfen.
Wir GRÜNE fordern:
- Die Beteiligung und Mitbestimmung aller Bürger*innen, unabhängig von Herkunft, Einkommen, Alter oder Geschlecht an der Entwicklung unserer Gesellschaft.
- Eine aktive Erinnerungskultur, die Verantwortung und historisches Bewusstsein lebendig hält.
- Keine Zusammenarbeit mit der AfD oder anderen rechtsextremen Kräften – in keinem Gremium, auf keiner Ebene.
- Den Ausbau von Bildungsangeboten zur Demokratiebildung in Schulen, Jugendzentren und Vereinen und durch Präventionsprojekte.
- Niedrigschwellige Beteiligungsformate zu Kreisthemen (z. B. Jugendparlament, Bürger*innenwerkstätten, digitale Beteiligungsplattformen) schaffen.
- Förderung interkultureller, kostenfreier Freizeit- und Begegnungsangebote für Kinder und Jugendliche, um Ausgrenzung vorzubeugen.
- Die langfristige Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen, die sich für Vielfalt und Demokratie einsetzen.
- Die Verstetigung von Projekten zur Antidiskriminierung und Antirassismusarbeit.
- Erhalt und Pflege von Gedenkorten im Landkreis, z. B. Stolpersteine, Denkmäler, Dokumentations- und Gedenkstätten.
- Zeitzeug*innenarbeit und lokale Geschichtsprojekte fördern, insbesondere in Schulen.
- Kooperationen mit Gedenkstätten und Initiativen gegen Antisemitismus ausbauen.
- Livestreams von Kreistagssitzungen.
Unser Ziel:
Ein Landkreis, der Demokratie lebt, Vielfalt schützt, Kultur stärkt und Engagement wertschätzt.
Ein Ort, an dem Menschen sich gehört, beteiligt und verbunden fühlen – jeden Tag.
Kunst und Kultur sind elementare Pfeiler einer offenen, demokratischen und vielfältigen Gesellschaft – gerade in Zeiten, in denen Polarisierung, soziale Spaltung und demokratiefeindliche Tendenzen zunehmen. Für uns GRÜNE im Kreis Limburg-Weilburg ist Kultur mehr als Unterhaltung: Sie ist ein Ort der Reflexion, des Dialogs und des gesellschaftlichen Miteinanders. Sie bringt Menschen unterschiedlichster Herkunft und Lebensrealitäten zusammen, regt zum Nachdenken an, eröffnet neue Perspektiven und stärkt unsere demokratische Widerstandskraft.
Wir setzen uns daher für eine Kulturpolitik ein, die Freiräume schafft – für Kreativität, für kritischen Diskurs, für gemeinsames Erleben und Gestalten. Kunst braucht Freiheit. Und diese Freiheit braucht eine verlässliche, solidarische Förderung. Deshalb wollen wir kommunale und regionale Kulturakteur*innen stärker unterstützen – finanziell, strukturell und ideell. Dazu gehören insbesondere kulturelle Bildungseinrichtungen, freie Kulturschaffende, lokale Initiativen, Vereine sowie soziokulturelle Zentren, die wertvolle Arbeit in der Fläche leisten.
Wir GRÜNE stehen für eine Kulturpolitik, die Vielfalt nicht nur erlaubt, sondern aktiv sichtbar macht. Wir wollen Diskriminierungen entgegentreten, marginalisierte Stimmen stärken und Räume für queere, postmigrantische, inklusive und feministische Perspektiven schaffen – auch in der ländlichen Kulturszene. Denn nur eine vielfältige Kultur ist eine lebendige Kultur.
Wir GRÜNE fordern:
- Unterstützung der ehrenamtlichen Kulturarbeit durch Beratung und finanzielle Förderung.
- Förderung von kommunalen Bibliotheken als „dritte Orte“ – also niederschwellige Begegnungs- und Erlebnisorte lebendiger demokratischer Kultur.
- Einsatz des Kreises für kulturelle Vielfalt; für den Erhalt von Ensembles und Vereinen, Spielstätten, Orte der Kino- und Medienkultur, die Bereitstellung von Probenräumen für Bands und Spielstätten für Kleinkunst
- Weiterführung der Landkulturperlen als Vernetzungsplattform regionaler Kulturschaffender.
- Unterstützung regionaler Film-, Theater- und Musikfestivals wie etwa der Kultursommer Mittelhessen.
- Förderung experimenteller kultureller (Zwischen-) Nutzungen im Zuge der Stadt- und Dorfentwicklung.
- Einführung eines kreisweiten Kulturpasses für junge Menschen, um ihnen vielfältige Zugänge zu Kultur zu eröffnen.
- Schaffung von Mobilitätsangeboten für Familien, mobilitätseingeschränkte und ältere Menschen, die ihnen kulturelle Teilhabe in Präsenzform ermöglichen soll.
- Stärkung von Kooperationen zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen, von der KiTa bis zur Volkshochschule, mit dem Ziel der Entwicklung und Pflege einer demokratischen Alltagskultur.
- Unterstützung von Initiativen bei der Schaffung und dem Erhalt von Geschichts- und Erinnerungsorten (wie historische Bauten, Denkmäler und Gedenkstätten).
DER LANDKREIS ALS VORBILD
Der Landkreis Limburg-Weilburg soll Vorbild sein – beim Klimaschutz, bei sozialer Verantwortung und Bürgernähe. Verwaltung, Schulen, soziale Einrichtungen und Unternehmen können gemeinsam zeigen, dass nachhaltiges Handeln möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Wir GRÜNE stehen für einen Landkreis, der Zukunft gestaltet – gerecht, ökologisch und solidarisch.
Unsere Politik denkt über Legislaturperioden hinaus. Wir wollen Strukturen schaffen, die allen Menschen im Landkreis ein gutes Leben ermöglichen – heute und morgen.
Die Herausforderungen unserer Zeit – Klimawandel, Fachkräftemangel, bezahlbarer Wohnraum, Digitalisierung, soziale Ungleichheit, Artenschwund und ungleiche Bildungschancen – können wir nur gemeinsam lösen. Es braucht Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Der Landkreis ist der Ort, an dem Wandel konkret wird.
Wir stehen für eine Politik, die verbindet – Stadt und Land, Jung und Alt, Mensch und Natur.
Zukunft entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Ideen teilen und solidarisch handeln.
Gemeinsam geht´s!