Limburg, 21. Januar 2026
„Wenn Sie heute die absolute Macht hätten und Geld sowie Planungszeit keine Rolle spielen würden: Welches Projekt würden Sie in Limburg umsetzen, um die Stadt zur Modellstadt zu machen?“. Mit dieser radikalen Prämisse eröffnete die Bundestagsabgeordnete Ayşe Asar (Grüne) auf Einladung des Ortsverbands der Limburger Grünen eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion im Hotel Nassauer Hof.
Die Antworten der Podiumsgäste auf diesen Impuls fielen unterschiedlich aus: Tarek Al-Wazir,
Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, betonte den Ausbau des Schienennetzes, da die
Verkehrswende ohne Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene nicht machbar sei. Anke Föh-
Harshman (Grüne Kreistagsfraktion) plädierte für ein gut ausgebautes Schnellbusnetz aus dem
gesamten Landkreis mit Park-and-Ride-Parkplätzen. IHK-Präsidentin Julia Häuser sprach sich für die
Südumgehung zur Entlastung der Innenstadt aus. Dr. Sebastian Schaub (Grüne Fraktion Stadtparlament) forderte den Ausbau des ÖPNV und die Anbindung der Aartalbahn, während Volkmar Kluge (VCD) die Umsetzung des Masterplans Mobilität betonte.
Al-Wazir präsentierte zudem Zahlen zur Infrastruktur: Über 70 Prozent des Güterverkehrs rollen über
die Straße, und rund 4.000 Bundesstraßenbrücken sind sanierungsbedürftig. Zur Realisierung der
Südumgehung prognostizierte er, dass diese – wenn überhaupt – vermutlich erst in 15 bis 20 Jahren in
den vordringlichen Bedarf der Bundesverkehrswegeplanung käme.
Ayşe Asar steuerte die Debatte durch die teils kontroversen Positionen und band die Fragen aus dem
Publikum, insbesondere zur Südumgehung, direkt in die Diskussion ein. Die lebhafte und sachliche
Atmosphäre unter den knapp einhundert Teilnehmenden machte deutlich: Die Verkehrsfrage ist das
zentrale Thema für die Zukunft der Region.